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Kapitel 2 - Eine Arbeit suchen
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A 2a – Track 7
Speaker | Dialog |
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Frau Smirnova | Mein Name ist Natalia Smirnova. Ich habe in meiner Heimat Russisch studiert und war einige Jahre Russischlehrerin an einer staatlichen Schule. Als ich dann nach Deutschland gekommen bin, war es für mich schwer, wieder so eine Arbeit zu finden – und eigentlich wollte ich beruflich auch gern etwas anderes machen. Über eine Freundin habe ich dann eine Praktikumsstelle bei einer großen Konzertagentur gefunden. Das war für mich ein großes Glück, denn ich interessiere mich sehr für Musik und Kultur allgemein. Und am besten war dann, dass die Agentur mir nach dem dreimonatigen Praktikum eine feste Stelle angeboten hat. Heute kümmere ich mich um Terminplanungen für Konzerte, ich reserviere Räume für Veranstaltungen und darf sogar bei der Programmplanung mitreden. Durch meine Arbeit habe ich sehr viel über Organisation gelernt und es war toll, dass die Chefs und meine Kollegen immer genug Zeit hatten, mich einzuarbeiten und mir alles genau zu erklären, was ich am Anfang noch nicht verstanden habe. |
Herr Park | Hallo, Mirko Park mein Name. Ich hatte über viele Jahre eine feste Anstellung als Elektriker in einer Handwerksfirma, aber dann hat diese Pleite gemacht und ich habe meine Arbeit verloren. Ich war dann einige Zeit arbeitslos und habe viele Bewerbungen geschrieben, aber leider habe ich keine andere Elektrofirma gefunden, die mich fest einstellen wollte. Dann habe ich mich bei einer Zeitarbeitsfirma beworben. Die hat mich an eine größere Firma vermittelt, wo ich jetzt arbeite. Ich verdiene jetzt zwar weniger als früher und auch weniger als die fest angestellten Mitarbeiter der Firma, aber ich bin froh, dass ich wieder Arbeit habe. Ich bleibe noch zwei Monate in dieser Firma. Ich hoffe, dass die Zeitarbeitsfirma mich danach wieder an eine andere Firma vermitteln kann. |
Frau Özil | Mein Mann Mustafa und ich, Naida Özil, haben eine Installateur- und Heizungsfirma. Wir statten in Neubauten die Badezimmer mit Sanitäranlagen aus, verlegen Wasserleitungen und installieren, reparieren und warten Heizungen. Unser Betrieb ist nicht sehr groß, aber für einen Handwerksbetrieb auch nicht sehr klein. Wir haben 35 feste Mitarbeiter, die aber manchmal nicht ausreichen, wenn wir viele Aufträge gleichzeitig haben. Wir arbeiten mit einer Leiharbeitsfirma zusammen, von der wir dann für einige Wochen oder Monate Arbeitskräfte bekommen, bis alle Aufträge erledigt sind. Auf Großbaustellen kann das manchmal ziemlich lange dauern. Das ist für uns sehr praktisch, denn so können wir flexibel auf die Auftragssituation reagieren – und für unser Stammpersonal ist garantiert, dass ihre Arbeitsplätze sicher sind. |
Herr Pauli | Ich, Frank Pauli, habe mehrere Restaurants in Hamburg, Kiel und Lübeck. Um Personal zu finden, nutze ich verschiedene Möglichkeiten. Fachpersonal – wie zum Beispiel ausgebildete Köche – suche ich meistens mithilfe von Anzeigen in Zeitungen oder im Internet. Es kommt aber auch vor, dass meine Mitarbeiter Freunde oder Bekannte empfehlen, wenn in einem Restaurant Personal fehlt. Und oft fragen auch Leute ganz direkt in einem Restaurant, ob es für sie eine Arbeitsmöglichkeit gibt. Und wenn wir zum Beispiel gerade eine Bedienung suchen und die Person passt, stellen wir sie gerne ein. Für die Restaurants hat das viele Vorteile, denn so habe ich keinen großen Aufwand, Personal zu finden. |
D 1a – Track 8
Speaker | Dialog |
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Herr Petrov | Guten Tag, Frau Grube. Sie wollten mich sprechen? |
Frau Grube | Guten Tag, Herr Petrov, wir haben ab Mai eine neue Beschäftigung für Sie und die Firma Kahner IT-Lösungen, bei der Sie arbeiten sollen, hat uns einen Fragebogen geschickt, um sich über das Personal, das wir schicken, zu informieren. Diesen Fragebogen möchte ich gerne gemeinsam mit Ihnen ausfüllen. |
Herr Petrov | Ok. Was möchte die Firma wissen? |
Frau Grube | Zunächst einmal Ihr Geburtsdatum. Das habe ich schon eingetragen. Es ist der 18.6.1994, richtig? Ihre Adresse Buchenweg 12 in 73178 Sulz stimmt auch noch? |
Herr Petrov | Ja, da hat sich nichts geändert. |
Frau Grube | Dann möchte die Firma Kahner gerne wissen, welchen Schulabschluss Sie haben. |
Herr Petrov | Ich habe den Realschulabschluss. Danach habe ich bei der Firma Stoll in Stuttgart drei Jahre den Beruf des IT-Systemkaufmanns gelernt, aber ich kenne mich auch gut im Bereich Informatik aus. |
Frau Grube | Gut, dann trage ich das hier ein. Ich sehe gerade, ich habe auch noch nicht eingetragen, seit wann Sie bei uns beschäftigt sind. Haben Sie am 1. Juni oder 1. Juli 2018 bei uns angefangen? |
Herr Petrov | Am 1. Juni war das. |
Frau Grube | Die Firma Kahner wünscht auch Informationen über Ihre beiden letzten Einsätze in unserem Auftrag. |
Herr Petrov | Der vorletzte Auftrag war für die Firma Attila. Ich habe zwei Monate, also von Mai bis Juni, in diesem Jahr dort mitgearbeitet, weil die Firma ein neues IT-System für die Stadtverwaltung aufgebaut hat. |
Frau Grube | Zuletzt waren Sie bei der Firma Schmolke in Böblingen eingesetzt. Ist das richtig? Die Daten von Ihrem letzten Einsatz sind noch nicht in unser System eingetragen. |
Herr Petrov | Ja, bei der Firma Schmolke war ich drei Monate, von August bis Oktober. Ich habe einen Mitarbeiter vertreten, der sehr lange krank war. |
Frau Grube | Welche Aufgaben hatten Sie? |
Herr Petrov | Ich habe Kunden beraten, die IT-Systeme installieren wollten. |
Frau Grube | Würden Sie auch am Wochenende arbeiten? |
Herr Petrov | Lieber nicht. Kreuzen Sie dort bitte „Nein“ an. |
Frau Grube | Noch eine letzte Frage: Haben Sie ein Auto? |
Herr Petrov | Ja, ich habe eins. |
Frau Grube | Außerdem brauche ich Ihre Einverständniserklärung, dass wir Ihre Daten weitergeben dürfen. |
Herr Petrov | Ja, gerne. Das Papier unterschreibe ich auch. |
Frau Grube | Vielen Dank, dann kann ich ja das Informationsformular an die Firma schicken. |
B 4a – Track 9
Speaker | Dialog |
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EINE UMFRAGE ZUM THEMA ZEITARBEIT | |
Lygia Freitas | Bis vor drei Jahren war ich Mitarbeiterin in einer Leiharbeitsfirma, die mich in viele verschiedene Unternehmen geschickt hat. Ich hatte in den zweieinhalb Jahren, in denen ich für die Firma gearbeitet habe, insgesamt neun verschiedene Einsatzorte. Dann hat mir schließlich die letzte Firma, in der ich als Leiharbeiterin gearbeitet habe, eine feste Stelle angeboten – darüber bin ich jetzt sehr froh. Ich verdiene mehr und habe mehr Sicherheit, denn sehr oft war nicht sicher, wie es weitergeht, wenn ein Einsatz für die Leiharbeitsfirma beendet war. Für mich war ein großer Nachteil der Leiharbeit, dass ich weniger verdient habe als die festen Mitarbeiter, obwohl ich dieselbe Arbeit gemacht habe. Ich denke, eigentlich haben nur Arbeitgeber Vorteile von der Leiharbeit, weil sie in ihrer Personalplanung flexibler sind. |
UND DAS SAGT ELENA MONZ: | |
Elena Monz | Ich habe noch nie für eine Leiharbeitsfirma gearbeitet, aber ich habe einige Bekannte, die schon Leiharbeitsverträge hatten. Sie sind oder waren alle Berufsanfänger und die Zeitarbeit war für sie eine gute Chance, ins Arbeitsleben zu kommen und Berufserfahrung zu sammeln, was ich bei der Zeitarbeit vorteilhaft finde. Aber sie haben auch von weniger positiven Dingen berichtet. So gab es zum Beispiel manchmal Konflikte mit den festen Mitarbeitern eines Unternehmens, die die Leiharbeiter als Konkurrenz betrachtet haben oder sie nicht richtig respektiert haben. Wenn ich – was hoffentlich nicht passiert – einmal meine Arbeit verliere, will ich ganz bestimmt nicht bei einer Leiharbeitsfirma arbeiten, sondern ich würde mich selbstständig machen. |
ZUM SCHLUSS NOCH DIE MEINUNG VON YURI IBRAMOV: | |
Yuri Ibramov | Zurzeit arbeite ich bei der Leiharbeitsfirma Spieß in Unterrode. Ich bin jetzt seit acht Monaten dort angestellt und schon an meinem dritten Einsatzort. Das ist manchmal etwas stressig, man muss sich immer an eine neue Umgebung gewöhnen und der Weg zur Arbeit ist immer anders. Aber für mich ist ein Vorteil, dass ich verschiedene Betriebe und Unternehmenskulturen kennenlerne. Das ist nicht nur interessant, sondern auch wichtig für mich, denn ich komme aus Malaysia und dort ist das Arbeitsleben ganz anders organisiert als hier. Gut finde ich auch, dass ich mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun habe. Das erleichtert mir sicher die Integration. Mit meinem Verdienst bin ich so zufrieden, aber ich habe auch nicht vor, für immer bei der Leiharbeitsfirma zu bleiben. |