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Kapitel 1 - Ankommen
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A 2a – Track 2
Speaker | Dialog |
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Personalerin | Guten Tag, Herr Suwaid. Ich bin Frau Kofler, ich bin hier die Personalchefin. Und das ist Herr Bothmann. Er ist der Teamleiter Logistik. |
Herr Suwaid | Guten Tag. Vielen Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. |
Personalerin | Nehmen Sie doch bitte Platz. |
Herr Suwaid | Danke. |
Personalerin | Möchten Sie etwas trinken? Einen Kaffee oder ein Wasser? |
Herr Suwaid | Ja, gern. Bitte eine Tasse Kaffee. Vielen Dank. |
Personalerin | Also, Herr Suwaid, Sie haben sich um die Stelle als Fachkraft für Lagerlogistik bei uns beworben. Erzählen Sie uns doch bitte etwas über sich. Wo und wie lange sind Sie zur Schule gegangen? |
Herr Suwaid | Wie Sie ja wissen, komme ich aus Syrien, aus Aleppo. Dort bin ich sechs Jahre lang in die Grundschule gegangen und dann habe ich drei Jahre lang eine Mittlere Schule besucht. |
Personalerin | Was waren Ihre Lieblingsfächer? |
Herr Suwaid | Englisch und Mathe. Ich hatte sehr gute Lehrer. |
Personalerin | Haben Sie in Aleppo auch Ihren Schulabschluss gemacht? |
Herr Suwaid | Ja, ich habe ein Diplom von meiner Schule bekommen. Bald nach meinem Schulabschluss bin ich nach Deutschland geflüchtet. Nachdem mein Asylantrag anerkannt wurde, habe ich eineinhalb Jahre lang an der Volkshochschule Deutsch gelernt und die B1-Prüfung bestanden. |
Herr Bothmann | Ich sehe, Sie haben eine zweijährige Weiterbildung als Fachkraft für Lagerwirtschaft gemacht …? |
Herr Suwaid | Ja, genau. Und während der Weiterbildung habe ich auch noch den Staplerführerschein gemacht. |
Herr Bothmann | Ja, sehr gut. Haben Sie auch … |
C 2a – Track 3
Speaker | Dialog |
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Moderator | Liebe Hörerinnen und Hörer, ich begrüße Sie zu unserer Sendung zum Thema „Zuwanderung und Integration“. Ich habe heute drei Gäste im Studio, die unterschiedliche Wege in die Arbeitswelt gegangen sind. Vielleicht stellen Sie sich erst einmal vor. Wollen Sie anfangen, Frau Sarasin? |
Ihra Sarasin | Ja, gerne. Mein Name ist Ihra Sarasin. Ich bin vor sieben Jahren aus Thailand nach Deutschland gekommen. Ich bin Krankenschwester und seit einem Jahr selbstständig. Ich habe vor einem Jahr die Tagespflege in der Neustadt gegründet. |
Moderator | Danke – und Sie? |
Abdi Ibrow | Und ich heiße Abdi Ibrow. Ich komme aus Somalia. Ich arbeite seit eineinhalb Jahren bei einem großen Automobilhersteller in der Produktion. |
Sevil Bodog | Ich mach dann mal weiter … Ich bin Sevil Bodog und komme aus Bukarest in Rumänien. Ich bin Hotelkauffrau und arbeite in einem Vier-Sterne-Hotel. |
Moderator | Wunderbar – vielen Dank Ihnen allen. Frau Sarasin, wie haben Sie es geschafft, sich selbstständig zu machen? |
Ihra Sarasin | Ich hatte in Thailand schon als Krankenschwester gearbeitet, aber in Deutschland wurde meine Ausbildung zunächst nicht anerkannt. Deshalb habe ich zuerst als Pflegehelferin in einem Altenheim gearbeitet. Nach der Arbeit musste ich auch noch einen B2-Deutschkurs besuchen, weil man als Krankenschwester Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 braucht. Nach dem Deutschkurs wurde auch meine Ausbildung anerkannt und ich habe in einer Arztpraxis eine Stelle als Krankenschwester gefunden. Da war ich sehr froh. |
Moderator | Und wie war es bei Ihnen, Herr Ibrow? |
Abdi Ibrow | Ich hatte leider in Somalia keine Ausbildung gemacht. Als ich nach Deutschland gekommen bin, habe ich natürlich erst Deutsch gelernt. Nach meinem Deutschkurs habe ich dann bei einer Zeitarbeitsfirma als Paketfahrer einen Job bekommen. Aber die Bezahlung war nicht sehr gut. Deshalb bin ich ins BIZ – also ins Berufsinformationszentrum – gegangen und habe mich über Berufsmöglichkeiten und Fortbildungen beraten lassen. Ich habe dann eine einjährige Fortbildung zum Metallbauer gemacht. Nach der Fortbildung habe ich dann schnell eine Stelle im Fahrzeugbau gefunden. |
Moderator | Und Sie Frau Bodog? |
Sevil Bodog | Ich habe in Bukarest Abitur gemacht und danach in einem Hotel fünf Jahre lang gearbeitet. Dort habe ich auch meinen späteren Mann kennengelernt. Ich bin also wegen der Liebe nach Deutschland gekommen. Als dann meine Schulabschlüsse und meine Berufserfahrung anerkannt wurden, habe ich eine gute Stelle in einem Hotel gefunden. Neben der Arbeit habe ich noch eine Fortbildung zur Hotelfachfrau in Teilzeit gemacht. |
Moderator | Liebe Hörerinnen und Hörer, das sind nur drei Beispiele, wie Migrantinnen und Migranten den Weg in die Arbeitswelt hier finden. Gleichzeitig sind es drei Beispiele für eine gelungene Integration. Nach den Kurznachrichten setzen wir das Gespräch mit unseren Gästen fort. Bleiben Sie dran. |
C 2c – Track 4
Speaker | Dialog |
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Moderator | Liebe Hörerinnen und Hörer, wie Sie wissen, liegt es uns am Herzen, dass Migranten so schnell wie möglich integriert werden. Im Studio spreche ich in unserer Sendung heute mit Frau Sarasin, Herrn Ibrow und Frau Bodog. Sie sind aus Thailand, Somalia und Rumänien nach Deutschland gekommen und mussten hier mit unterschiedlichen Problemen fertig werden. (…) Herr Ibrow, welche Probleme hatten Sie in den ersten Jahren in Deutschland? |
Abdi Ibrow | Nach der Bewilligung meines Asylantrags habe ich versucht, eine Wohnung zu finden. Das war aber fast unmöglich. |
Moderator | Ja, in vielen Städten gibt es nur sehr wenige freie Wohnungen und die Mieten sind sehr hoch. Immer wieder hört man, welche Probleme Menschen mit Migrationshintergrund haben und dass es sehr lange dauert, bis sie eine Wohnung finden. |
Abdi Ibrow | Ja, ich habe mehr als sechs Monate gesucht, bis ich endlich eine Wohnung gefunden habe. Mein zweites Problem war der Sprachkurs. Es fiel mir nicht leicht, Deutsch zu lernen. Beim ersten Mal habe ich die Prüfung nicht bestanden …, aber beim zweiten Mal habe ich es endlich geschafft. Weil ich keine abgeschlossene Berufsausbildung hatte, war es schwer für mich, eine Arbeit zu finden. Darum habe ich dann eine Weiterbildung zum Metallbauer gemacht. |
Moderator | War es für Sie leicht, eine passende Weiterbildung zu finden? |
Abdi Ibrow | Nein, eigentlich nicht, aber die Mitarbeiter im BIZ haben mir geholfen. |
Moderator | Danke für Ihre Geschichte, Herr Ibrow! Und Sie Frau Bodog, mit welchen Problemen hatten Sie zu kämpfen? |
Sevil Bodog | Für mich war Deutsch kein so großes Problem, denn ich hatte bereits in Rumänien in der Schule Deutsch gelernt. Und eine Wohnung musste ich auch nicht suchen. Ich bin ja bei meinem Mann eingezogen. Aber ich wollte meine Berufschancen verbessern und hatte deshalb beschlossen, eine Fortbildung zur Hotelfachfrau zu machen. Die Fortbildung habe ich in Teilzeit neben der Arbeit gemacht, allerdings hatte ich oft keine Lust, am Wochenende zu lernen. In dieser Zeit habe ich meinen Mann nur selten gesehen. |
Moderator | Dann ist es ja gut, dass diese Zeit nun hinter Ihnen liegt … Und Sie, Frau Sarasin? |
Ihra Sarasin | Nach meiner Ankunft in Deutschland habe ich gleich versucht, in meinem Beruf zu arbeiten. Aber ohne Anerkennung meiner Ausbildung in Thailand war das leider nicht möglich. Es war gar nicht einfach, alle wichtigen Dokumente und Zeugnisse zusammenzustellen. Nach einigen Jahren als Krankenschwester hatte ich keine Lust mehr, als Angestellte zu arbeiten. Deshalb habe ich mich selbstständig gemacht. |
Moderator | Brauchten Sie dazu keinen Kredit von der Bank? |
Ihra Sarasin | Doch, natürlich. Aber … |
A 1c – Track 5
Speaker | Dialog |
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Tanya Danow | Guten Tag, mein Name ist Tanya Danow. Ich habe einen Termin bei Herrn Fischer. |
Empfangsdame | Guten Tag, einen Moment. Ich rufe Herrn Fischer an. |
Empfangsdame | (…) Herr Fischer, Tanya Danow ist da. (…) Noch einen Augenblick, Herr Fischer kommt gleich. |
Tanya Danow | Danke. |
Herr Fischer | Hallo, Frau Danow. Ich bin Herr Fischer. Kommen Sie bitte mit? (…) Setzen Sie sich doch. |
Tanya Danow | Vielen Dank. |
Herr Fischer | Möchten Sie ein Glas Wasser oder einen Kaffee trinken? |
Tanya Danow | Ein Glas Wasser, bitte. Vielen Dank. |
Herr Fischer | Also, Sie möchten bei uns eine Ausbildung als Zahntechnikerin machen. |
Tanya Danow | Ja, richtig. |
Herr Fischer | Erzählen Sie doch bitte etwas über sich. |
Tanya Danow | Ich bin 19 Jahre alt und komme aus Bulgarien. Ich bin mit meinen Eltern vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen und gehe jetzt an der Willy-Brandt-Schule in die 12. Klasse. Im Juni werde ich Abitur machen. |
Herr Fischer | Ich sehe, Sie haben in fast allen Fächern gute Noten. Was sind Ihre Lieblingsfächer? |
Tanya Danow | Ich mag vor allem Englisch und Chemie. Deutsch macht mir nicht so viel Spaß. |
Herr Fischer | Chemie? Toll. Und was machen Sie in Ihrer Freizeit? |
Tanya Danow | Ich lese sehr gern und treibe viel Sport. Ich spiele Volleyball in einem Verein. |
Herr Fischer | Warum möchten Sie bei uns eine Ausbildung machen? |
Tanya Danow | Weil ich mich für den Beruf Zahntechniker interessiere. Meine Lehrer haben mir gesagt, dass man Zahntechniker braucht. Ich arbeite gern mit meinen Händen und ich bin sehr genau. |
Herr Fischer | Wir suchen vor allem Auszubildende, die zuverlässig sind und auch mit Stress umgehen können. Ist Stress bei der Arbeit ein Problem für Sie? |
Tanya Danow | Nein, bestimmt nicht. |
Herr Fischer | Sehr gut. Sie wissen ja, die Ausbildung beginnt am 1.9. und dauert drei Jahre. |
Tanya Danow | Ja, das weiß ich. |
Herr Fischer | Das klingt ja prima. Dann sollten wir noch über die Ausbildungsvergütung sprechen. Im ersten Jahr … |
C 3 – Track 6
Speaker | Dialog |
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Moderator | Hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, hier sind wir wieder bei der Sendung „Bunt ist schön“. Heute haben wir drei Migranten zu Gast, die uns von ihrem Weg in den Arbeitsmarkt berichten. Herr Al-Sabty, wollen Sie anfangen? |
M. Al-Sabty | Ja, gern. Mein Name ist Mohammed Al-Sabty. Ich komme aus dem Irak. Ich bin 29 Jahre alt. In meiner Heimat gibt es noch immer instabile Verhältnisse und Krieg. Deshalb habe ich 2015 einen Asylantrag gestellt und dann auch einen Aufenthaltstitel bekommen. In meiner Heimat habe ich vier Jahre lang Jura studiert. Ich möchte hier als Jurist arbeiten, aber mein Studienabschluss wurde nicht anerkannt. Darum arbeite ich zurzeit als Hilfsarbeiter bei einer Baufirma in Berlin. Ich möchte jetzt eine Umschulung zum Altenpfleger machen und hoffe, dass die Agentur für Arbeit die Umschulung bezahlt. |
Moderator | Das klingt ja schon sehr erfreulich. Vielen Dank für Ihren Bericht. Und wie ist es Ihnen ergangen, Frau Nowak? |
Yulia Nowak | Nicht so gut. … Ich heiße Yulia Nowak. Ich bin 39 Jahre alt und bin 2014 aus Russland nach Augsburg gekommen. In meiner Heimat habe ich von 2004 bis 2013 als Ärztin gearbeitet. Ich habe versucht, meinen Abschluss in Russland hier anerkennen zu lassen. Aber mein Antrag wurde abgelehnt, weil ich die B2-Sprachprüfung noch nicht bestanden hatte. Ich mache jetzt einen B2-Kurs. Mein Weg in Deutschland war bisher nicht leicht. |
Moderator | Da wünschen wir Ihnen zunächst viel Erfolg bei der B2-Prüfung! Und wie sieht es bei Ihnen aus, Frau Nguyen? |
Nguyen Thi Phuong | Mein Name ist Nguyen Thi Phuong und ich komme aus Vietnam. Ich bin jetzt 32 Jahre alt. Ich bin vor drei Jahren nach Deutschland gekommen, weil ich mich in einen deutschen Geschäftsmann verliebt hatte, der in Vietnam gearbeitet hat. In meiner Heimat hatte ich eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau absolviert und habe auch zwei Jahre lang in meinem Beruf in Hanoi gearbeitet. In Deutschland habe ich erst einmal Sprachkurse absolviert. Nach den Sprachkursen habe ich ein Seminar für Existenzgründer besucht und anschließend ein vietnamesisches Restaurant in Schwerin eröffnet. Am Anfang hatte ich Angst, dass nicht genug Gäste kommen würden, aber inzwischen ist mein Restaurant immer gut besucht. |
Moderator | Das freut uns zu hören! Ihnen Dreien vielen Dank, dass Sie sich nicht gescheut haben, uns Ihre Geschichte auf dem Weg zu einer Arbeit zu erzählen. Diese Reihe, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer werden wir bald … |