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Kapitel 7 - Zukunftsperspektiven

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A 2a – Track 35

SpeakerDialog
ModeratorinVerehrte Hörerinnen und Hörer, in den letzten Jahren haben neue Techniken und Digitalisierung das Leben stark verändert. Zu diesem Thema haben wir Passanten auf der Straße gefragt, was das für sie persönlich bedeutet. Hier einige Antworten. So sagt zum Beispiel Herr Wuxi Ni zu dem Thema:
Wuxi NiAlso, wenn es um technische Veränderungen geht, die für mich wichtig sind, fällt mir zuerst das Navi ein. Ich bin beruflich viel unterwegs und mache oft Kundenbesuche in Städten, die ich nicht so gut kenne. Früher war es nicht einfach, Adressen zu finden. Entweder mussten mir die Kunden genau beschreiben, wo sie ihr Büro haben, oder ich brauchte einen Stadtplan oder auch beides. Heute liegen alle Stadtpläne, die ich früher im Auto hatte, in meinem Büro. Mit einem Navi, das ich jetzt im Auto habe, ist alles viel einfacher geworden. Allerdings ist ein Navi auch nicht immer perfekt. Manchmal zum Beispiel gibt es Baustellen, die es nicht kennt, oder es sind Straßen gesperrt. Dann muss ich oft große Umwege fahren oder lange suchen, um zur richtigen Adresse zu kommen – oder ich muss die Kunden doch anrufen, um nach dem Weg zu fragen.
ModeratorinUnd Frau Stella Adhiambo meint:
Stella AdhiamboNatürlich hat die technische Entwicklung der letzten Jahre auch mein Leben verändert – und da denke ich nicht nur an die veränderte Kommunikation, z.B. per Internet. Auch Lesegewohnheiten verändern sich. Viele Leute lesen heute mehr Texte am Bildschirm als auf Papier wie früher. Auch ich muss bei der Arbeit leider viel am Bildschirm meines PCs lesen. Auch das E-Book ist ein gutes Beispiel für die Veränderungen. Der Leser hat nur noch einen einfachen, leichten Bildschirm in der Hand und kann darauf viele viele Bücher speichern, für die früher ein ganzer Koffer oder mehr erforderlich gewesen wäre. Das ist natürlich praktisch, aber ich persönlich bin eine begeisterte Leserin, die lieber ein Buch aus Papier in der Hand hat. Ein E-Book würde ich mir nie kaufen.
ModeratorinUnd Herr Alvaro Arango äußerte sich folgendermaßen:
Alvaro ArangoDie moderne Technik ist wirklich anders geworden. Früher brauchten wir viele getrennte Geräte, heute sind viele Funktionen z.B. in einem Smartphone versammelt. Ich kann mit meinem Smartphone nicht nur telefonieren, sondern auch fotografieren. Außerdem kann ich Filme sehen und mich mit dem Kompass orientieren. Sogar Handwerksgeräte werden schon ersetzt! In meinem Smartphone habe ich zum Beispiel eine elektronische Wasserwaage, die ich erst neulich benutzt habe, als ich ein Regal im Wohnzimmer aufgehängt habe. Das finde ich einfach super. Sicher, ein gutes Smartphone ist teuer, aber auf der anderen Seite gibt man auch weniger Geld aus, weil es einfach nicht mehr notwendig ist, bestimmte Geräte zu kaufen.
ModeratorinOk, das war’s, liebe Hörerinnen und Hörer, ich hoffe, die Beiträge waren für Sie …

C 1a – Track 36

SpeakerDialog
ModeratorLiebe Hörerinnen und Hörer, in unserer Serie „Arbeit und Leben“ geht es heute um das Thema Digitalisierung. Wir sprechen mit Frau Müntefering vom Institut für Zukunftsforschung in Unterrode. Guten Tag, Frau Müntefering.
Frau MünteferingGuten Tag.
ModeratorFrau Müntefering, wie wird die Digitalisierung die Arbeitswelt verändern?
Frau MünteferingDiese Frage ist schon heute aktuell, die Digitalisierung hat die Arbeitswelt schon jetzt verändert. Und ich bin sicher, dass es auch in Zukunft weitere Veränderungen geben wird. So sind zum Beispiel viele neue Berufe entstanden, denken Sie z.B. an den Beruf des Webdesigners, der heute und in Zukunft wichtig bleiben wird – und es werden noch viele andere Berufe entstehen.
ModeratorWelche anderen Berufe sind neben dem Webdesigner neu entstanden? Können Sie einige Beispiele geben?
Frau MünteferingJa, neue Berufe sind z.B. der Beruf IT-Systemkauffrau oder IT-Systemelektroniker. In beiden Berufen ist die digitale Informationstechnologie der Schwerpunkt und es gibt für sie eine dreijährige Ausbildung.
ModeratorIst es auch denkbar, dass Berufe verschwinden?
Frau MünteferingJa, das ist auch möglich, aber das ist eigentlich auch nichts Neues. Durch technische und soziale Veränderungen sind schon immer Berufe verschwunden und neue entstanden. Denken Sie zum Beispiel an die Landwirtschaft und das Handwerk. Durch die technische Entwicklung sind hier im Laufe der Jahrzehnte Berufe und Arbeitsmöglichkeiten verschwunden. Schon in kurzer Zeit wird es z.B. bei Banken und Versicherungen große Veränderungen geben. Durch die weitere Entwicklung des Online-Bankings z.B. brauchen die Banken viel weniger Mitarbeiter im Kundenservice.
ModeratorDas heißt, traditionelle Berufe haben keine Zukunft?
Frau MünteferingNein, das heißt es nicht. Es wird auch in Zukunft noch viele traditionelle Berufe geben. Aber die Weiterbildung wird immer wichtiger, und die Unternehmen werden in passende Programme investieren müssen. Wenn sie das nicht tun, werden sie Probleme mit der Konkurrenz bekommen. In diesem Kontext kann E-Learning hilfreich sein, also das Lernen mit elektronischen oder digitalen Medien. Ich denke, dass viele Firmen das E-Learning in den kommenden Jahren immer mehr nutzen werden. Es bietet viele Vorteile gegenüber klassischen Fortbildungsmaßnahmen.
ModeratorWelche Vorteile meinen Sie?
Frau MünteferingE-Learning lässt sich gut in den Arbeitsalltag integrieren. Die Mitarbeiter müssen z.B. nicht mehr ganze Wochenenden oder feste Abendtermine freihalten, um sich weiterzubilden. Sie können die Lerninhalte flexibel von den Lernplattformen abrufen, wann immer es ihnen passt. Außerdem kann man beim E-Learning die Lerninhalte sehr gut auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter abstimmen.
ModeratorVielen Dank, Frau Müntefering, für diese interessanten Ausblicke.

C 1 – Track 37

Siehe Track 36.

D 3 – Track 38

SpeakerDialog
ModeratorLiebe Hörerinnen und Hörer, in unserer Serie „Arbeit und Leben“ geht es heute um die Frage, wie stark die Digitalisierung und künstliche Intelligenz das Privatleben und das Berufsleben beeinflussen. Wir haben darüber mit Familie Marzahn gesprochen. Würden Sie sich vielleicht kurz vorstellen?
Martina MarzahnJa gerne. Ich bin Martina Marzahn und arbeite als Sachbearbeiterin in einer Versicherung.
Björn MarzahnUnd ich bin Björn Marzahn. Ich bin Ingenieur von Beruf.
ModeratorWie ist es bei Ihnen zu Hause? Haben Sie schon Geräte, die automatisch Lebensmittel im Supermarkt bestellen, wenn Ihr Kühlschrank leer ist?
Björn MarzahnNein, so weit ist es noch nicht. Wir haben einen Staubsaugeroboter, das ist ganz praktisch. Er saugt zum Beispiel das Wohnzimmer und das Schlafzimmer, wenn wir nicht zu Hause sind. Dann ist der Fußboden sauber, wenn wir zurückkommen. Aber einen Sprachassistenten haben wir nicht und wir wollen auch keinen haben, denn dann ist das Risiko der Kontrolle und Überwachung unseres Privatlebens sehr viel größer als jetzt.
Martina MarzahnWir haben auch keinen Smart-TV. Wir haben überhaupt keinen Fernseher mehr. Das ist auch nicht nötig, denn Filme können wir auch online sehen und Nachrichten lesen wir ebenfalls im Internet.
ModeratorAber sicher haben Sie Smartphones, oder?
Martina MarzahnJa, die haben wir. Ich habe sogar zwei Smartphones. Ein privates und eins, das meine Firma bezahlt. Ich arbeite auch zu Hause und manchmal auch am Wochenende und muss immer Zugriff auf Unterlagen aus der Firma haben. Im Urlaub schalte ich das Smartphone der Firma aber aus. Ich will nicht immer erreichbar sein – und meine Chefs akzeptieren das.
ModeratorUnd bei Ihnen, Herr Marzahn, welche Rolle spielt die Digitalisierung in Ihrem Berufsleben?
Björn MarzahnIch arbeite in einem großen Industrieunternehmen, das Elektroteile herstellt. Dort bin ich Mitglied in einer Projektgruppe, die die Aufgabe hat, Möglichkeiten zu finden, Einkauf, Produktion und Warenlieferung stärker zu vernetzen. Wir haben schon gute Ergebnisse erreicht und viele Abläufe sind schneller geworden. Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns, denn für die Vernetzung ist es notwendig, dass wir auch gut mit unseren Kunden und Lieferanten zusammenarbeiten.